Ach Schweden

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Das 4. Mal schon hier und immer noch nicht müde. Wir fragen uns, wie erhält man diese Lebensleichtigkeit, die wir hier erleben? Wie ist es im Winter? Ist das nur der Sommerzauber, den wir sehen? Ich habe noch nicht einen maulenden Menschen getroffen. Immer waren alle hilfbereit. Auch andere Menschen beim Einkaufen, beim Wandern. Die Menschen untereinander sind interessiert und einfach freundlich. Gehe ich nur einmal in einen Supermarkt in Deutschland, treffe ich mindestens zwei dieser maulenden, mürrischen ungesunden Typen, die lieber ihren kleinen Finger essen, als mir bei irgendwas zuvorzukommen, einfach hilfsbereit sind.

Alles scheint auf Familien ausgerichtet zu sein

Geschäfte in Städten, auch Großstädten schließen 18 Uhr. Lebensmittelgeschäfte haben fast immer auf. Überall werden die Kinder begrüßt. Und dieses Jahr waren wir in keiner touristischen Gegend. Ich brauche immer ein paar Tage, um mich wieder an diese Freundlichkeit zu erinnern und nicht zu glauben, die Leute wären ein bisschen irre (In einem Café am Strand in Halmstad sprach ein älterer Mann auf meine Jungs ein. Ich dachte echt, er wäre etwas verrückt. Dabei bin ich es, die verrückt ist, normale Freundlichkeit nicht zu erkennen)

Ich frage mich, wie können sich die Leute hier diese verträumten Häuschen leisten, wie dieses entspannte Leben, wo man einfach mal 3 Kinder hat, ein Geschäftchen, was nur 5h offen hat.

Unsere Theorie: hier geben die Menschen nicht die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen aus. Häuser sind günstig, Gehälter gerechter, Arbeitszeit familienfreundlich. Die höheren Preise für Lebensmittel fallen da vielleicht gar nicht so ins Gewicht?

An einer Grundschule, an der wir hier vorbei fuhren (in der Provinz) steht unter dem Namen: „Learning to learn“. 20% von Schwedens Einwohner sind unter 18.

Die Zukunft ist hier. Alte Menschen sehen hier selten verbittert aus, sondern gesund und lebensfroh. Wie sehr vermisse ich das in Deutschland. Freundlichkeit. Einfache Freundlichkeit ohne Vorbehalte und Hintergedanken. Ja, das Land ist riesig bei nur 10 Mio Einwohnern. Es gibt Platz.

Digitalisierung ist hier einfach da, muss da sein und wird scheinbar gar nicht hinterfragt.

Überall (bis auf ein Café) konnten wir mit Karte zahlen oder Swish Payment (7 große schwedische Banken haben mit einer App die Zahlung übers Smartphone wahr gemacht). Selbst auf einem Loppis (Flohmarkt, dieser sah jedoch wie ein Schrottplatz aus) stand ein Papschild für Zahlungen mit Swish. Kleinste, einfache Jobs werden immer mehr von Automaten abgelöst: automatische Zapfsäulen, automatische Coffeeshops, Einkaufen ohne Kasse mit Selbstscan-Gerät direkt während des Einkaufs. Ich frage mich, ob hier überhaupt jemand Angst hat, dass sein Job durch eine Maschine ersetzt werden könnte oder sich eher darauf freut.

Hier trinkt man das Wasser aus Seen, sammelt Holz und packt, alles was geht auf den Grill.

Es gibt immer eine Badestelle, einen Wald in der Nähe. Selbst in Stockholm (weniger als 1 Mio Einwohner) ist man schnell wieder im Land. Die Natur, soviel Natur, Wälder, Seen, Berge. Ich kenne ja nur den südlicheren Teil. Ich erahne, wieviel faszinierender die Natur oberhalb Stockholms noch wird.

Ich könnte stundenlang durch Schwedens kleine kurvige, hügelige Straßen fahren fernab der Hauptstraßen. Ich würde Ausschau halten nach dem nächten Gårdsbutik-Schild und mich ins nächste Garten-Café treiben lassen. Den Parkplatz direkt am See wählen und reinspringen. Ich würde genau diesen Urlaub immer und immer wieder machen. Deswegen Schweden auch nächstes Jahr, und dann 4 Wochen. Noch weiter rein, noch nördlicher.

(Alles meine subjektiven Beobachtungen)

One comment on “Ach Schweden

  1. Liebe Jana, alle deine subjektiven Wahrnehmungen nähern sich der Objektivität an, um so öfter oder tiefgründiger man dieses vielfältige Land kennen lernt!
    BTW: Muss auch mal wieder dorthin…

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