Warum ich nicht wegen meiner Kinder gekündigt hab.

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Um dem Jahr noch ein bisschen Schwung zu geben, habe ich mich entschieden, meine sichere, völlig familien-freundliche, feste Stelle nach über 3 Jahren zu kündigen. Gründe gab es viele. Einer war es auch, dass ich mich dem Angestellten-Dasein abwenden möchte und meine eigene Selbstständigkeit aufbauen möchte. Das ist ein gewachsener Wunsch, der nun schneller als geplant so konkrete Form angenommen hat, dass ich mich manchmal zwicken muss, um es auch zu glauben. Volles Risiko. Als hätte ich nicht genug zu tun.

Ein bisschen ist es wie die dritte Schwangerschaft für mich. Also gibt es hier bald Geschichten zum Alltag mit kleinen Kindern und dem Irrsinn eine Firmengründung in den Familienalltag zu integrieren und dabei auch noch Geld zu verdienen. 

 Bei der Bekanntgabe meines Weggang, gab es eine Reaktion von Kollegen (männlich wie auch weiblich, jung, emanzipiert, modern), die mich dann doch sehr schockte. Als ich noch keine Kinder hatte und meine Stelle gekündigt hatte, war immer die erste Frage, was für einen neuen Job ich habe. Nun war die erste Frage oft: „Du willst mehr Zeit mit deinen Kindern, richtig?“ 

„Zu wenig Zeit mit meinen Kindern ist nicht mein Problem, eher zu viel Zeit mit ihnen.“

Wenn du als Vollzeit- arbeitende Mutter kündigst, dann nur, weil du mehr Zeit mit deinen Kindern willst. Basta.  Andere Gründe für einen Wechsel kann es nicht mehr geben. Das Thema, inhaltlich Selbstverwirklichung in der Arbeit hat da einfach keinen Raum mehr.

Wenn doch die jungen Leute im urbanen Raum von Berlin schon so denken, wie lang wird es wohl noch dauern, dass Frau einfach trotz Kindern „normal“ sein darf? Sobald da Kinder sind, ist frau eben Mutter, nichts weiter. So wie die Männer darum kämpfen, auch auf Arbeit als Väter anerkannt zu sein, wollen Frauen auch mal Nicht-Nur-Mutter sein.

Das war jetzt ein bisschen gesellschaftskritisches Gemecker. Ab jetzt wieder konstruktiv. Versprochen.

2 comments on “Warum ich nicht wegen meiner Kinder gekündigt hab.

  1. Juhuu! Eine von uns!
    Eigentlich bin ich über das Wohnmobil zu dir gekommen. Nun feiere ich…
    Ich hoffe, du bist in denen Arbeitsleben 2.0 gut angekommen und hast ausreichend Bestätigung jenseits von adretten Kids!?! Ich bleib dran an deinem Blog… Gruß,
    Anja

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