Frauentag

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Ich wollte wirklich was zum Frauentag schreiben. Und dann las ich so viel über Frauensolidarität, dass einfach alles gesagt war – für den Tag. Wenn ich es geschafft hätte, hätte ich jedoch nicht von mir und anderen tollen Frauen geschrieben, sondern von meinem Mann.
Ich bin keine Feministin. Ich habe noch nie eine Machtfrage oder Karrierefrage an mein Frausein geknüpft, sondern bilde mir ein, oft Glück gehabt zu haben und im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen (manchmal auch Konsequenzen) getroffen zu haben. Mein Mann aber hat bei mir schon vor vielen Jahren die Aufmerksamkeit auf Benachteiligung von Frauen gelenkt. Stellt euch das vor, ein Mann macht seine Frau aufmerksam, dass Frauen mehr zustehen würden? Er fördert Frauen (nicht nur mich), wo es nur geht und ist trotzdem so selbstbewusst, wie es ein Mann nur sein kann. Er ist wohl ein männlicher Feminist. Er ist ein Mann, der nicht gern auf Bestellung kocht, der Ordnung mag, aber nicht so recht weiß, wo unsere Putzmittel stehen. Er will nicht an der Anzahl von mitgebrachten Blumensträußen gemessen werden, noch daran, dass er seine Hemden selber bügelt. Ich lasse ihn schwere Verschlüsse aufmachen, obwohl er weiß, ich könnte das selber. Er überlässt mir die Bühne und kann mir zujubeln, liebt aber selber das Rampenlicht.
Wir sind Mann und Frau, wir sind nicht gleich, aber stets gleich berechtigt. Wir haben beide unterschiedliche Begabungen. Was uns jeweils leicht fällt, tun wir. Was uns jeweils aufreibt, lassen wir. Manchmal ergänzt sich das ganz wunderbar, manchmal müssen wir es aushandeln. Wir belassen uns dabei aber immer in unserer Identität. Immer stehen wir auf Augenhöhe zueinander. Die Machtfrage in unserer Partnerschaft gibt es nicht. Wir brauchen eine gemeinsame Vision von unserem Leben und werden nicht müde, dieser nach und nach zu folgen und uns auch inidividuelle Abzweige zu gönnen.
Dieser Frauentag sollte auch für Männer sein, die mit sich selber stets und ständig hadern, dass sie ganz ohne männliche Vorbilder ihren Weg durch feministische Zeiten finden müssen. Die Söhne zu Feministen erziehen und Wandel greifbar machen. Danke euch. Danke dir Björn.

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